Marie-Elisabeth-Lüders-Steg


Marie-Elisabeth-Lüders-Steg

Der als Marie-Elisabeth-Lüders-Steg bezeichnete Spreeübergang ist eine öffentliche Fußgängerbrücke zwischen den Parlamentsneubauten Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (MELH) und Paul-Löbe-Haus (PLH) im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. Einen amtlichen Namen trägt das Bauwerk bisher nicht; bei den Mitarbeitern des Hauses heißt sie auch „Untere Brücke“. Sie überspannt in einem sanften Bogen die Spree. Oberhalb des Steges verbindet eine 100 Meter lange Bautenverbindungs-Brücke die beiden Häuser in der sechsten Etage, die nur aus deren Innerem zugänglich ist. Die beiden Stege sind, zusammen mit dem vom Bundeskanzleramt zum Kanzlergarten führenden Kanzleramtssteg über den Fluss, konstruktive Bestandteile des Bandes des Bundes. Dieses Band bildet eine geradlinige Bebauung im Regierungsviertel über die mäandernde Spree in Ost-West-Ausrichtung und soll auch die verbindende Tätigkeit der Ministerien für Ost- und Westdeutschland symbolisieren. Gleichzeitig hat sein Ideengeber, Architekt Axel Schultes, damit einen deutlichen Kontrapunkt zu der in der NS-Zeit in Nord-Süd-Richtung geplanten „Welthauptstadt Germania“ gegeben. Im Bauzeitraum der Regierungsneubauten hat sich auch die Bezeichnung „Sprung über die Spree“ für den Fußgängersteg eingebürgert.

Als sprechbare Namen der beiden Stege werden „Untere Brücke“ und „Obere Brücke“ oder „Vom PLH zum MELH“ verwendet. Der Name „Jakob-Mierscheid-Steg“ für die obere Spreequerung ist eine ironische Bezeichnung und keinesfalls amtlich, da es sich bei Jakob Mierscheid um eine fiktive Person handelt. Der Begriff „Jakob-Mierscheid-Steg“ wird von den Berliner Stadtführern gern kolportiert. Ein ebenfalls gebräuchlicher Name für die obere Brücke ist „gehobene Beamtenlaufbahn“, da diese nur Mitarbeitern und Abgeordneten zugänglich ist.

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